Wie Jungs ticken – Was Mädchen unbedingt wissen sollten

von Shaunti Feldhahn und Lisa A. Rice

Was geht eigentlich im Kopf der Jungs vor? Wieso reagiert er so? Wieso schweigt er eisern bei der einen Sache, wieso reagiert er empfindlich bei einer anderen? Diese Fragen hat sich wohl schon so manches Mädchen gestellt. Denn nicht nur die weibliche Welt ist geheimnisvoll und unergründlich – auch die jungen Herren der Schöpfung sind manchmal schwer zu durchschauen.

Mit ein bisschen Verständnis und einem Blick hinter die Kulissen fällt das Miteinander unter Jugendlichen leichter. Das Buch richtet sich dabei insbesondere an junge Mädchen, Einblick gewähren dabei Experten, die es wissen müssen: 400 Jungs im Alter von 15–20 Jahre lassen sich in diesem locker geschriebenen Ratgeber über die Schulter und ins Herz blicken…

 

Ein Reisebegleiter durchs männliche Gehirn

Das Buch ist aus christlicher Perspektive geschrieben, im Fokus steht dabei aber nicht ein moralisches Denken oder die Frage, wie sich junge Männer verhalten sollten. Es geht darum, Dinge zu thematisieren, die ihr wahres Denken, ihren intuitiven Zugang zur Welt um sie betrifft. Sachen, die Mädchen in Bezug auf Jungen meistens nicht „raffen“, wie das die beiden Autorinnen auf den Punkt bringen. Dieses Buch sieht sich als Reisebegleiter durchs männliche Gehirn, ohne Wertung – einfach, um es zu verstehen. Ausnahmen bestätigen immer die Regel, jeder Mensch ist einzigartig – aber gewisse Tendenzen gibt es, die für Mädchen hilfreich sind.

Gleich im ersten Kapitel wird die spannende Erkenntnis aufgebracht, dass Jungs im Gegensatz zu Mädchen nicht Liebe und Freundschaft an erste Stelle setzen. Liebe allein genügt einem Mann nicht – wichtiger ist für sie der Respekt, der ihnen entgegengebracht wird. Das zeigt sich besonders im Gespräch: Was sagen Mädchen vor anderen über sie? Und wie? Wird die Meinung des anderen respektiert?

Ein weiterer Punkt behandelt das Auftreten, das präsentierte Selbstbewusstsein. Wie man bei anderen ankommt, welche Rückmeldung „mann“ bekommt, ist in diesem Alter für die Identität sehr wichtig. Mädchen, die durch unbewusste Sticheleien, Gekicher mit Freundinnen hinter vorgehaltener Hand über Fehler der Jungs nichts Böses ahnen, verursachen dabei oft Wunden im männlichen Ego.

 

Kopfkino – Ein Gang auf einem Minenfeld

„Die Macht der Bilder – was bedeutet eigentlich, Jungs sind visuell veranlagt und was bedeutet es für mich?“ Dieser Abschnitt geht darauf ein, dass Burschen viel stärker auf Bilder und visuelle Reize reagieren als Mädchen, unter diesen beschreiben sich nur ungefähr 25 Prozent als visuell veranlagt. Der starke Drang „Hinzuschauen“ ist normal und gut, aber ist gleichzeitig für einen jungen Mann oftmals wie ein Gang auf einem Minenfeld, so beschreibt das Buch treffend. Es ist hilfreich für ein Mädchen zu wissen, dass ein Bursch hier viel Kraft und Disziplin aufwenden muss, um in mehreren Schritten seine Gedanken zu analysieren, zu entlarven und zu steuern. Entgegen dem Trend, optisch möglichst viel von sich preiszugeben, könnte ein Mädchen dann verstehen, wie viel intensiver der gewährte Blick auf nackte Haut bei Burschen wirkt.

Das Buch schließt mit dem Kapitel „Ein Wort von Herz zu Herz, was Jungs dir gerne einmal sagen möchten“: Daraus Folgendes als abschließende Empfehlung: „Gib den Jungs eine Chance. Wir haben genauso wenig Ahnung wie du. Verstell dich nicht, um uns zu beeindrucken…“

Elisabeth Födermayr