sexuelle identität

Stärkung der sexuellen Identität in der Pubertät

Sexuelle Identität

In der Zeit der Pubertät setzt eine starke körperliche Veränderung ein. Es ist eine Herausforderung für den Jugendlichen, sein ständig nach Außen verändertes Erscheinungsbild anzunehmen. Die geist-seelische Entwicklung mit der Findung der sexuellen Identität in Einklang zu bringen, verursacht nicht wenige Unsicherheiten auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Eltern können sehr viel dazu beitragen, dass der Jugendliche die intensive körperliche Entwicklungszeit als ein faszinierendes Geschehen erlebt.

Um die Schönheit der Sprache des Körpers zu entdecken, bedarf es gerade in der Pubertätszeit einer verstärkten Aufklärung.

Eltern können viel zur positiven Entwicklung beitragen

Beim Mädchen beinhaltet diese Wissensvermittlung, dass sie den durch den Eintritt der Geschlechtsreife beginnenden körperlichen Entwicklungsprozess durchschauen kann.

Die Wissensvermittlung beinhaltet beim Mädchen:  

  • Einfluss der weiblichen Sexualhormone auf körperliche Veränderungen, Zyklusentwicklung sowie seelisches Wohlempfinden
  • den Zyklus durch Selbstbeobachtung erkennen lernen
  • um die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau zu wissen („Der weibliche Zyklus – meine Fachkompetenz“)
  • Erkennen der fein aufeinander abgestimmten körperlichen Abläufe
  • sachliche Information über die Auswirkungen von hormonellen Verhütungsmitteln auf den Reifungsprozess des jugendlichen Zyklus
  • das Geschenk der Fruchtbarkeit als Gabe zur Mutterschaft betrachten

Beim Buben beginnt mit dem Eintritt der Geschlechtsreife eine Lehrzeit, um das eigene sexuelle Verlangen zu deuten.

Die Wissensvermittlung beinhaltet beim Buben:  

  • das Hormon – Management sowie den damit verbundenen männlichen Regelkreis erkennen
  • deren Einflussnahme auf die männliche Geschlechtsmerkmale
  • den Geschlechtstrieb als positive Lebenskraft durch Wille und Verstand zu kultivieren
  • Ausdrucksformen der liebevollen Begegnung mit dem anderen Geschlecht erlernen
  • das Geschenk der Fruchtbarkeit als Gabe und Aufgabe erkennen

Wissen um eigene Geschlechtlichkeit vermittelt Sicherheit und Stärke

Diese bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtlichkeit und damit einhergehenden Wertschätzung des eigenen Körpers wird dem Jugendlichen Selbstannahme, Selbstbewusstsein, Sicherheit und Stärkung vermitteln.

Wir wissen heute sehr viel über unseren Körper und wie er funktioniert. Um jedoch die sexuelle Identität in ihrer ganzen Dimension zu erfassen, bedarf es der Betrachtung der Einheit von Körper und Seele, die Gott selbst in jeden Menschen eingeschrieben hat.

Wenn wir einen trauernden Menschen ins Gesicht blicken, seine Körpersprache beobachten, brauchen wir keine Fragen mehr zu stellen, um zu wissen, dass seine Seele einen tiefen Schmerz erleidet. Ein verliebtes Paar wird ihre Zuneigung füreinander nicht lange verbergen können. Dieses unergründliche Geheimnis der Offenbarung der Seele durch den Körper gilt es immer wieder nachzuspüren. Seinen tiefsten Ausdruck dieser finden wir in der Heiligen Schrift: Der Körper ist Tempel des Hl. Geistes!

Es bedarf vieler Gespräche mit dem Jugendlichen, um einen achtsamen Weg zur Entfaltung der eigenen sexuellen Identität durch Selbstfindung und Selbsterkenntnis aufzuzeigen. Durch das Gespräch können Eltern ihre Teenager dahingehend unterstützen, die positiven Einflüsse zu erkennen und zu suchen sowie sich von negativen zu distanzieren.

Sich geliebt wissen macht offen fürs Gespräch

Ein Teenager, der sich von seinen Eltern geliebt und wahrgenommen weiß, wird sein Herz für den Dialog über Gesprächsthemen mit reichem Sinngehalt öffnen:

  • Welche Charismen sind der Frau/dem Mann besonders ins Herz geschrieben? Gleichwertig, aber nicht gleichartig!
  • Welche Chancen der gegenseitigen Ergänzung ergeben sich durch die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau?
  • Wie kann ich die nicht selten medial aufgezeigte Scheinwelt (z.B. in Bezug auf körperliche Perfektionismus bei Figur und Aussehen durch „Fotoshopping“, Rollenbilder, Gender, Pornographie, körperliche Fruchtbarkeit als Feindbild, Banalisierung der Sexualität als Konsumgut, …) entzaubern?
  • Was bedeutet wahre Freundschaft?
  • Wie mit tiefen Gefühle und Sehnsüchten nach Beziehung und Partnerschaft umgehen?
  • Wie erlerne ich einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit dem anderen Geschlecht?
  • Welche Werte und Ziele sind der Ehe eigen?
  • Warum bedarf die körperliche Hingabe des Schutzes der ehelichen Liebe?
  • ….und viele sich aus den Lebenssituationen ergebenden weiteren wichtigen Themen dazu.

Die schrittweise Begleitung der Jugendlichen in die Erwachsenenwelt wird dieselben Themen immer wieder aus einem neuen, erweiterten Blickwinkel betrachten lassen.

Den größten Einfluss und Stärkung geben die Eltern durch ihr Vorbild und Zeugnis, mit Freude ihr Mann/Vater sein sowie Frau/Mutter sein zu leben.

Das Elternprojekt „Tief verwurzelt“ möchte die Eltern bei diesem Begleiten ihrer Kinder unterstützen.

Mag. Maria Eisl

Mag. Maria Eisl

Mag. Maria und Heinrich Eisl, Gründerdes Elternprojektes "Tief verwurzelt" (www.tiefverwurzelt.at) in Zusammenarbeit mit Elisabeth Rötzer, INER-Präsidentin, (www.iner.org)
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