Sexualerzeihung Kritisch hinterfragt

Rezension: „Sexualerziehung kritisch hinterfragt“

Sexualerziehung kritisch hinterfragt

In ihrem Buch „Sexualerziehung. Kritisch hinterfragt“ beschäftigt sich die Biologiedidaktikprofessorin Karla Etschenberg mit gegenwärtigen Trends in der Sexualerziehung. Die gegenwärtige Sexualpädagogik würde unter dem Begriff der sexuellen Bildung vor allem eine Sexualisierung der Kinder verursachen, die nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Interessen in die Karten spiele.

Ähnlich wie die restriktive, an Verboten ausgerichtete Sexualpädagogik, die Etschenberg vor allem der katholischen Kirche zuschreibt, schreibe auch die sogenannte neoemanzipatorische Sexualerziehung Sichtweisen vor, ohne sich dabei auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zu beziehen. Das gilt besonders für Aussagen über die Entwicklung der Sexualität in der Kindheit. Etschenberg kritisiert, dass Vorgaben zur Sexualerziehung in der KiTa-Alter, wie sie in den WHO-Standards für Sexualerziehung des Regionalbüros für Europa zu finden sind, auf Sichtweisen aufbauen, die nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhen, sondern auf einem bestimmten sexualpädagogischen Konzept, Als Beispiel führt sie die sexuelle Betätigung im (frühen) Kindheitsalter an, die als Norm gesetzt und propagiert wird, ohne dass es darüber wissenschaftlichen Konsens gibt.

Sie spricht sich für eine sexualitätsbejahende affirmative Sexualpädagogik in Abgrenzung zu einer verbotsorientierten restriktiven und einer emanzipatorischen sexualisierenden Sexualerziehung aus. Umfassend setzt sich Prof. Dr. Etschenberg außerdem mit den verschiedenen Begrifflichkeiten wie Sexualerziehung, Sexualpädagogik und sexueller Bildung auseinander und beleuchtet die jeweiligen Hintergründe. Schließlich problematisiert sie die allgegenwärtige Möglichkeit für Kinder und Jugendliche auf pornografische Materialien im Internet zugreifen zu können und macht deutlich, dass Kinder und Jugendliche heute befähigt werden müssen, mit dieser Möglichkeit umzugehen und lernen sollten, sich vor Inhalten zu schützen, die Ihnen schaden könnten.

Lukas Golla

Studium des gymnasialen Lehramts an der Universität Augsburg mit den Schwerpunkten katholische Theologie, Sport und Psychologie, Studium des theologischen Lizentiats., verheiratet
Lukas Golla

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