Mestruationshygiene

Menstruationshygiene – eine Übersicht: Neue Alternativen

Die Alternative: die Menstruationstasse

Mein erster Eindruck vor mehr als zehn Jahren war: eklig! Das hat sich zum Glück geändert, bei mir und vielen Frauen.

Während früher nur zwei Größen und Formen verfügbar waren, ist es hier mittlerweile ähnlich wie bei Stoffbinden. Es gibt alle Farben (sogar mit Glitterpartikeln!), verschiedene Formen, Griffe und Härtegrade. Im Internet gibt es mehrere Seiten und Foren, wo verglichen und beraten wird.

Vorteile:

  • Menstruationstassen sind bei richtiger Pflege ca. zehn Jahre verwendbar und vermeiden dadurch Einwegmüll.
  • Auch für sehr empfindliche Frauen gibt es passende Varianten (medizinische und antiallergene Kunststoffen, Silikone…)
  • Mittlerweile gibt es auch Tassen für sehr junge Mädchen.
  • Menstruationstassen punkten durch das Auskochen mit ihrer Hygiene.
  • Die Tasse kann bis zu 12 Stunden in der Scheide bleiben, bevor sie geleert und gereinigt werden sollte. Dafür reicht lauwarmes Wasser.
  • Bei richtiger Passform spürt man die Tassen nicht
  • Für Schwimmen und alle Sportarten geeignet.
  • Bei Verwendung der richtigen Größe kaum Auslaufen möglich!
  • Es gibt unzählige Anleitungen, Youtube-Videos und Erfahrungsberichte im Internet.

 

Zu bedenken:

  • Es dauert etwas, bis man das Einführen und Entfernen der Tasse im Gefühl hat. Hier helfen sicher diverse Anleitungen und Videos!
  • Nicht jede Tasse ist für jede Frau angenehm. Für die ersten Versuche eignen sich die günstigen Varianten, zB Meluna bei Bipa oder dm. Die Anschaffungskosten sind natürlich höher als bei Tampons, dafür halten sie einige Jahre. Meist braucht man auch nur ein oder zwei Tassen für einen Zyklus.
  • Unterwegs ist die Reinigung auch mit Toilettenpapier möglich, aber ein Waschbecken auf dem WC ist von Vorteil.
  • Auch mit Tasse verwenden viele Frauen zusätzlich eine Slipeinlage.
  • Vor bzw nach der Menstruation muss man die Tasse in lauwarmem Wasser, eventuell mit milder Seife gründlich waschen und danach 5 Minuten auskochen. Dazu kann man einen Schuss Essig ins Wasser geben. Für die kleinen „Luftlöcher“ am Rand empfiehlt sich eine Interdentalbürste.
  • Es gibt auch Tassen, die in der Mikrowelle sterilisiert werden können. Meist ist der Behälter im Set enthalten oder extra erhältlich.
  • Die saubere Tasse solle man in einem Baumwollsäckchen oder im mitgelieferten Säckchen bis zur nächsten Menstruation aufbewahren.
  • Es gab bereits zwei Berichte von Toxischem Schocksyndrom durch Menstruationstassen. Bei genauerer Recherche wurde erwähnt, dass die Frauen die Tassen nicht ausgekocht hatten.

 

Die Bequeme: die Menstruationsunterwäsche

In den letzten Jahren hat sich die Menstruationsunterwäsche als eine Variante etabliert, die auch junge Mädchen anspricht. Bei der Menstruationsunterwäsche ist der Nässeschutz und Saugkern sozusagen ein Teil der Unterwäsche, die angeblich nicht ausläuft.

Vorteile

  • Fällt nicht auf, auch auf Reisen im Gepäck nicht – diskret.
  • Es gibt verschiedene Designs und Ausführungen.
  • Sie ist weich, bequem und anliegend.
  • Sie ist wiederverwendbar und waschbar.
  • Es muss nichts „extra“ mitgenommen werden.

 

Zu bedenken:

  • Bei uns ist Menstruationsunterwäsche noch eher schwer erhältlich und muss teilweise aus den USA bestellt werden. Über Amazon und diverse Versandhändler gibt es etwas dubiose Angebote, hier jedenfalls gut auf Herkunft und Material achten!
  • Relativ hohe Anschaffungskosten, die sich aber ähnlich wie bei Stoffbinden und Menstruationstassen durch die mehrmalige Benutzung rechnen.
  • Muss ähnlich wie Stoffbinden nach dem Tragen ausgewaschen werden
  • Der Wechsel unterwegs ist angeblich nicht oft nötig, aber nicht ganz so einfach.

 

Und außerdem:

Es gibt neben den gängigsten, hier vorgestellten Möglichkeiten natürlich noch unzählige andere, die ich aber nicht probiert habe und dadurch nicht genauer vorstellen kann. Gehäkelte Tampons, Naturschwämme, Schwimm-Tampons, Soft-Tampons oder auch: die freie Menstruation, bei der gar keine Hygieneartikel verwendet werden.

Wichtig für junge Mädchen und Frauen (und ihre Mütter) ist, sich alle Möglichkeiten einmal ganz in Ruhe anschauen zu können. Ein paar Utensilien sollten schon vor der ersten Menstruation vertraut und in der Schultasche – diskret – einsatzbereit sein. Übrigens: wenn die Menstruation überraschend einsetzt, reicht im ersten Moment auch Toilettenpapier!

Genauso wichtig ist aber auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Zyklus und das Wissen darüber, denn der weibliche Körper schafft hier in jedem Zyklus etwas Erstaunliches. Gleichzeitig verhindert Sachwissen auch, dass die Menstruation zu etwas Unangenehmen, Negativen wird und fördert ein positives Körpergefühl!

Elisabeth Hackl