Pille - Hormonelle Verhütung

Hormonelle Verhütung bei Jugendlichen

Hormonelle Verhütung bei Jugendlichen und Auswirkungen auf die Entwicklung

Laut einer deutschen Umfrage verwenden 57% der sexuell aktiven Jugendlichen ein hormonelles Verhütungsmittel, d.h. die „Pille“, ein Hormonpflaster oder einen Hormonring. Die sog. „Pille“ besteht üblicherweise aus zwei Hormonen, einem Östrogen und einem Gestagen, in unterschiedlicher Dosierung und chemischer Zusammensetzung.

Die Wirkungsweise beruht auf vier Grundprinzipien:

  1. Ovulationshemmung, d.h. Verhinderung des Eisprungs
  2. Veränderter Gebärmutterhalsschleim – dieser wird für Samenzellen undurchlässig
  3. „verlangsamter“ Eizelltransport durch den Eileiter
  4. Veringerung der Gebärmutterschleimhaut, d.h. diese wird dünner und kann eine eventuell befruchtete Eizelle nicht aufnehmen.

Bereits eine geringe Hormondosis beeinträchtigt die Aufnahmefähigkeit des befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut

Die Wirkung hängt vor allem von der Dosierung ab. Am stärksten ausgeprägt und bereits mit geringer Hormondosierung erreichbar, ist leider die Verminderung der Endometriumdicke des Uterus, d.h. der innersten Schicht der Gebärmutter, der Gebärmutterschleimhaut, die üblicherweise im Falle einer Schwangerschaft die befruchtete Zelle aufnimmt und für die Versorgung des Embryos zuständig ist.

Die kombinierten Pillen werden täglich nach einem gewissen Schema eingenommen. Für die Wirkungsweise, vor allem für die ovulationshemmende Wirkung ist eine regelmäßige (zeitlich genaue) Einnahme ganz besonders wichtig. „Pflaster“ und „Verhütungsring“ enthalten ebenfalls kombinierte Hormone. Diese werden aus einer Kunststoffmatrix regelmäßig freigesetzt und müssen entweder geklebt oder vaginal eingeführt werden.

Daneben gibt es noch die sogenannten „Minipillen“, die nur Gestagene in unterschiedlicher Dosierung enthalten, auch die sog. „Dreimonatsspritze“ enthält diese Hormone. Vor allem unter den Minipillen gibt es Präparate, bei denen aufgrund der niedrigen Dosierung die Ovulationshemmende Wirkung nicht gewährleistet werden kann. Ähnliches gilt  übrigens auch für die Hormonspirale, die in die Gebärmutter eingesetzt wird und das Hormonimplantat, das unter die Haut gelegt wird. Diese Verhütungsmittel führen durch die enthaltenen Hormone zu einem Abbau der Gebärmutterschleimhaut.

Der Embryo kann sich nicht einnisten und wird ausgestoßen

Die große Gefahr dieser Verhütungsmittel, aber auch von kombinierten Verhütungsmitteln ist, und darauf möchte ich besonders hinweisen, dass die verhütende Wirkung sich hauptsächlich auf die Schleimhautveränderung bezieht, Damit wirken diese praktisch nidationshemmend, d.h. wie ein Mittel, welches verhindert, dass der Embryo aufgenommen wird. Der Embryo kann sich nicht einnisten und wird ausgestoßen, ähnlich wie bei einer frühen Abtreibung. Dies wird auch als frühabortive Wirkung bezeichnet. Diese Wirkung ist übrigens in vielen Fällen bei Einnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt  auch bei der „Pille danach“ die Hauptursache für die Verhinderung einer Schwangerschaft – nämlich dann, wenn sie nach der Ovulation eingenommen ist und durch den Abbau der Gebärmutterschleimhaut gleichzeitig auch den Embryo entfernt wird – erkennbar durch eine nach Einnahme eintretende Blutung.

Das Leben beginnt mit der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle –  ein neuer Mensch mit allen seinen Möglichkeiten entsteht! Dies muss ganz klar festgestellt werden. Diese Ansicht entspricht auch der Morallehre der Kirche. Leider findet in der Gesellschaft ein Prozess statt, der den Beginn des Lebens auf den Zeitpunkt der Nidation (Einnistung des Embryo in die Gebärmutter) verlegt.

„Pille danach“ und „Hormonspirale“ sind daher potentielle Abtreibungsmittel. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass  erstgenannte Präparate als „Notfallsmedikament“ frei in Apotheken von Jugendlichen bezogen werden können.

Wirkung auch durch gemeinsame Einnahme anderer Medikamente oder bei Erbrechen/Durchfall eingeschränkt

Ich sehe die Hauptgefahr der hormonellen Verhütung vor allem in diesem Zusammenhang, wiewohl man darauf hinweisen muss, dass bei einer exakten Einnahme der kombinierten Pillen die ovulationshemmende Wirkung absolut im Vordergrund steht. Allerdings muss immer darauf hingewiesen werden, dass diese Wirkung auch durch gemeinsame Einnahme anderer Medikamente oder bei Erbrechen/Durchfall eingeschränkt werden kann.

Die moralischen Folgen der Einnahme müssen jedenfalls mit dem eigenen Gewissen vereinbart werden.

Nicht zu unterschätzen: gefährliche Nebenwirkungen

Selbstverständlich muss darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der „Pille“ um ein hochwirksames Medikament handelt, welches auch eine Reihe gefährlicher Nebenwirkungen hat. Die häufigsten schwerwiegenden Komplikationen, die bei Einnahme auftreten können, sind Thrombosen, eine „Verklumpung“ des Blutes, mit allen Folgeerscheinungen, wie Lungenembolie, Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. Daneben gibt es eine Reihe von möglichen Begleiterscheinungen im körperlichen und psychischen Bereich. Vor allem letztere sind nicht zu unterschätzen. Vor Abgabe der Pille hat daher unbedingt eine ausführliche Beratung durch einen Arzt zu erfolgen.

Es ist jedenfalls auch noch darauf hinzuweisen, dass Jugendliche bevor sie mit der Pille beginnen, seit mindestens zwei Jahren einen regelmäßigen Zyklus haben sollten. Die Pille „betrügt“ durch die regelmäßige Hormonzufuhr den Körper und erzeugt scheinbar einen stabilen Zyklus mit ebenso regelmäßiger Menstruation. Es ist daher möglich, dass eine vorhandene Hormonstörung verschleiert wird und erst nach Beendigung der Einnahme erkannt wird. Da die Pille oft viele Jahre ohne Pause genommen wird, kann es passieren, dass bei einem anschließend bestehenden Kinderwunsch Probleme auftreten.

Symptothermale Empfängnisregelung

Eine sehr einfache Alternative, bei der man den eigenen Körper kennen lernt

Alternativ sollte daher auf alle Fälle die Möglichkeit einer symptothermalen Empängnisregelung in Betracht gezogen werden: Mit dieser  Methode lassen sich die fruchtbaren Tage im Zyklus sehr genau ermitteln. Konsequent angewendet, ist diese Methode sehr zuverlässig und der Sicherheit der hormonellen Verhütung absolut vergleichbar. Die symptothermale Methode besteht darin, jeden Morgen vor dem Aufstehen die Basaltemperatur zu messen und zu bestimmten Zeiten die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims und des Muttermunds zu untersuchen. Mittlerweile gibt es auch schon spezielle Computer und Apps, die zur Unterstützung dienen, daneben können auch spezielle Teststreifen zur Hormonbestimmung aus dem Harn verwendet werden, die die Methode ergänzen und die Sicherheit verbessern.

Die symptothermale Empängnisregelung ist eine sehr einfache Methode, seinen Körper und die Vorgange rund um den Eisprung besser kennen zu lernen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist leicht anwendbar, sehr kostengünstig und nebenwirkungsfrei. Da keine Beeinflussung des Zyklus durch Hormone erfolgt, wird auch die Libido nicht unterdrückt, wie es bei der Pille häufig der Fall ist. Die Selbstbestimmtheit der Frau bleibt erhalten, sie wird nicht instrumentalisiert und Zwängen ausgesetzt, sie selbst kann frei entscheiden!

Weitere Informationen zur sympothermalen Methode siehe unter iner.org

Bücher zum Thema:

  • Ingrid Trobisch, Elisabeth Rötzer
    „Mit Freuden Frau sein“ 
    ISBN-10: 3902686871
    ISBN-13: 978-3902686879

 

  • Josef Rötzer, Elisabeth Rötzer
    „Natürliche Empfängnisregelung -Die sympto-thermale Methode – Der partnerschaftliche Weg“
    ISBN-10: 3451306298,
    ISBN-13: 9783451306297
Dr. Karl Radner

Dr. Karl Radner

Geb. 1.10.1956 in Wien
Promotion zum Dr. med. univ. 1975 Universität Wien
Ausbildung an der 2.Universitätsfrauenklinik AKH Wien
Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie seit 1990
Niedergelassener Frauenarzt in 1120 Wien
E.a. Diakon der Erzdiözese Wien seit 2012.
Dr. Karl Radner

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